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#41 Mitten im Leben – nur nicht mit mir.

  • Autorenbild: Rosemarie
    Rosemarie
  • 22. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Jan.



Es gab eine lange Zeit, da war ich viel im Außen.

Aufmerksam. Wach. Reaktionsfähig.


Intuitiv, las ich Situationen.

Glich Spannungen aus.

War omnipräsent, müde.


Und trotzdem war da dieses leise Gefühl,

nicht ganz bei mir zu sein.

Nicht ganz bewohnt.

Verschoben.

Als würde ich mir selbst ein paar Schritte hinterherlaufen oder vorauseilen.


Ich habe lange geglaubt, das sei einfach so.

Teil des Lebens.

Teil des Erwachsenseins.

Dass man sich zusammenreißt.

Dass man funktioniert.

Dass man Dinge aushält, ohne zu hinterfragen.


Ich war so verdammt gut darin.

Und gleichzeitig wurde es innen enger, leerer.


Nun, endlich nach einer langen Weile

Spüre ich und nehme wahr,

wann ich schneller werde, als ich eigentlich bin.

Wann ich mich anpasse, bevor ich überhaupt gespürt habe,

was ich selbst brauche.


Meine Sicht auf die Welt ist klar geworden.

Und kompromissloser zugleich.


Ich glaube nicht mehr an Harmonie durch glattziehen.

Nicht an Verbindung durch Anpassung.


Ich wähle Präsenz und Wahrnehmung.

Und gleiche sie ab, ob es jetzt ist oder ungefragt aus meiner Vergangeheit heran schwabbt.

Ernstnehmen dessen, was sich zeigt – manchmal ohne es sofort lösen zu müssen.


Ich lebe zyklischer.

Phasen von Klarheit,

von Kraft, von Ausrichtung.

Phasen von Rückzug,

von Sammeln, von Nichtwissen.

Beides gehört nun zu mir.

Ich dränge nichts mehr weg.


Ich will durchdringen.

Nicht alles,

nur das,

was mich fasziniert.


Dynamiken.

Verschiebungen.

Atmosphäre.

Leise Momente,

in denen sich etwas entscheidet,

lange bevor Worte auftauchen.


Stehe endlich aufrechter in mir.

Und lässig in mir angelehnt.

Lieb mein zu viel.


Ich verliere mich,

aber weniger und bewusster.

Und wenn doch, finde ich zurück.

Zu mir.


Sondern weil ich bleibe.

Bei mir.


Und von da aus bewege ich mich,

in unserer wundervoll-verrückten-lebendigen-Welt.



 
 
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