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#40 Dich gehen zu lassen war nicht so schwer, wie….

  • Autorenbild: Rosemarie
    Rosemarie
  • 21. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Jan.


Es dauerte eine ganze Weile.

Und irgendwann war es ein Moment: die Entscheidung.

Ich nehme die Ausfahrt.

Aus u n s wurde wieder du und ich.

Ein Moment der Klarheit. Der Erleichterung. Der Trauer. Ausatmen.


Die gemeinsamen Monate, Jahre haben Spuren hinterlassen.


Autobahnen der eigenen Gewohnheiten,

in denen man entlanglief,

zu oft auf Autopilot.


Und plötzlich wird etwas möglich.

Inne halten.

Im Zwischenraum.

In der Leere.

Mich auch innerlich trennen,

wieder bei mir selbst ankommen.


Dich gehen zu lassen war nicht so schwer, wie …

Mich zu erinnern, das mich meine Autobahn von mir selbst wegführte,

hin zum verworrenen uns, und ich mich verlor.

Mich zu erinnern, was damals auf den Ausfahrt-Schildern stand,

die ich im Vorbeifahren wahrnahm und dennoch ignorierte.

Mich zu erinnern, wie sehr mir das vertraute Chaos, scheinbaren Sinn und Sicherheit gab.



Dich gehen zu lassen war nicht so schwer, wie …

einzutauchen.


In die Architektur meines Autobahnstraßennetzes, entstanden lange vor deiner Zeit.

Wohin führen sie mich?

Will ich diesen Weg weitergehen?

Will ich mir selbst so begegnen?


Will ich mich noch immer aufopfern, oder

künftig bei mir bleiben und von dort aus umsorgen.


Will ich noch immer an Teilnahmslosigkeit zerren, damit Verbindung bleibt, oder

Verbindung entstehen lassen, wenn sie aus beiden natürlich entsteht.


Will ich noch immer ziehen, um Entwicklung auszugleichen,

oder nur gemeinsam gehen, wenn Selbstbegegnung auf beiden Seiten stattfindet.


Will ich mich noch immer zurückziehen, sobald es zu nah, zu echt wird, oder

bleiben, auch wenn es mich verletzlich und nahbar macht.


Will ich noch immer bleiben, obwohl ich mich verliere, weil ich verschmelze, oder

bei mir bleiben und dennoch in Verbindung sein.


Will ich immer Kampf wählen, nur weil es sich vertraut anfühlt, oder

Weichheit zulassen, auch wenn sie noch ungewohnt ist.


Will ich noch immer Drama mit Aufregung verwechseln, oder

ein lebendiges Miteinander als entspannt genug erkennen.


Will ich noch immer Intensität mit Intimität verwechseln, oder

Nähe zulassen ohne Hochspannung.



Dich gehen zu lassen war nicht so schwer, wie… Teile von mir zu verabschieden.


Ein stiller Zwischenraum.

Kein Zurück mehr.

Noch kein Vorwärts.


Mich selbst auszuhalten im Dazwischen,

wenn alte Automatismen noch greifen und der neue Weg noch keinen festen Rhythmus hat.


Mich selbst auszuhalten im Dazwischen,

wenn alte Gewohnheit, Sehnsucht, Geborgenheit noch nach mir zieht und das Neue zu ruhig, zu ungewohnt wirkt.


Mich selbst auszuhalten im Dazwischen,

wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht hält.


Mich selbst auszuhalten im Dazwischen,

wenn müde Anteile, die zu lange getragen haben, unruhig werden, weil sie nichts mehr zu tun haben.


Sie gehen nicht von selbst.

Sie sind noch da. Wachsam. Schützend. Im Aktionismus. Auf Autopilot.

Sie m ü s s e n transformiert werden.


Alchemie.


Schweres, Ungeformtes erfährt über lange Zeit und Aufmerksamkeit,

bis es die ursprüngliche Gestalt von Blei verliert und Gold entsteht.


Alchemie.


Bei mir bleiben, im Dazwischen, wenn es in mir unbequem wird.

Nicht wegdrücken, was sich zeigt, damit es sich wandelt.

Aus alten Überlebensbewegungen, entsteht eine neue Richtung, die mir heute stimmig ist.

Etwas Wesentliches kehrt zurück:

Ich selbst.


Nun kann ich bewusst die Fahrtrichtung bestimmen.

Am Anfang ist es ungewohnt und holprig.

Die Bahnen sind schmal, kaum ausgefahren.

Ich bin aufmerksam, achtsam und gelassen.

Und immer wieder kehre ich zurück zu mir.

Je öfter ich meinen unvertrauten Weg wähle, desto vertrauter wird er mir.

Desto mehr verliert das alte Netz seine Spannung, seine Zugkraft.


Umbauphase.

In mir: Chaos, Neuordnung.

Es lohnt sich, Sehnsucht.

Denn ohne diese Wandlung, ohne die Transformation meiner eigenen Teile,

wird es immer eine Lose-Lose-Situation bleiben.

Für mich selbst.

Für jede neue Begegnung.


Nur mit m i r entsteht Raum für Echtes. Lebendiges. Tragfähiges.

Und genau deswegen entscheide ich mich,

immer und immer wieder,

bewusst

nicht ins Alte zurückkehren.

Und erlebe, wie die Spannung des Dazwischen weicht.

Und irgendwann verschwunden ist.

 
 
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