#21 Der ungezähmte Funke: Warum du deine Energie nicht unter den Teppich kehren solltest
- Rosemarie

- 1. März 2025
- 12 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Jan.

Senkrechtes Denken – eine vernetzte Sichtweise
Senkrechtes Denken ist keine neue Methode, sondern eine ergänzende Perspektive. Es verbindet, was wir oft getrennt betrachten: Körper, Gefühle, Gedanken, Symptome, Beziehungen, Entscheidungen. Statt „entweder–oder“ sehen wir das „sowohl–als auch“: Wie wirkt alles zusammen?
Wir sind es gewohnt, Probleme linear zu lösen: „Was ist das Symptom – und wie kriege ich es weg?“ Senkrechtes Denken fragt stattdessen: „Was will durch dieses Symptom gesehen, verstanden oder verwandelt werden?“
Es verknüpft die verschiedenen Ebenen deines Erlebens: Was zeigt sich außen – und was wirkt innen? Was wiederholt sich – und was will sich verändern? Du bekommst kein starres System, sondern eine Landkarte, die dich tiefer mit dir selbst verbindet.
Diese Sichtweise ersetzt keine klassische Analyse – aber sie ergänzt sie um genau die Dimension, die oft fehlt: Bedeutung, Zusammenhang, Sinn.
Generell: Ich lade dich ein, diesen Text nicht nur zu lesen, sondern wirklich reinzuspüren: Wo erkennst du dich wieder? Wann zeigt sich diese Qualität bei dir – bewusst oder unbewusst?
Oder kannst du sie bei anderen beobachten? Nimm die Impulse mit in deinen Alltag. Beobachte, reflektiere – ohne Druck, nur mit ehrlicher Neugier. So beginnt Veränderung. Still. Echt. Von innen. Mit deinem Fühlwissen.
Das Prinzip von Aufbruch und gesunder Aggression
In diesen und in den weiteren folgenden 11 Artikeln geht es um die 12 archetypischen Grundkräfte. Wir beginnen am Anfang, mit: Der Kraft des Aufbruchs. Der Pionierenergie. Der gesunden Aggression. Sie wirkt überall dort, wo etwas ins Leben drängt: Ein klares Nein. Der erste Schritt. Die Entscheidung, sich zu zeigen – statt anzupassen.
Wie zeigt sich diese Kraft im Alltag? Was passiert, wenn sie nicht gelebt wird? Und wie kannst du lernen, sie wieder für dich zu nutzen – anstatt sie gegen dich zu richten?
Darum geht es jetzt.
Das Prinzip von Aggression und Aufbruch auf allen Ebenen
So kann sich das Urpinzip im Alltag zeigen
schnelles Reagieren statt langes Abwägen
direkter, oft impulsiver Ausdruck
hohes Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit
geringe Frustrationstoleranz, Konfliktbereitschaft
Tatendrang: lieber handeln als analysieren
körperbetonte Bewältigungsstrategien (z. B. Sport bei Ärger)
Kommunikation: Direkt, klar, manchmal schonungslos. Worte sind Werkzeuge – nicht zur Zierde, sondern zum Handeln. Diese Art der Kommunikation ist energiegeladen, will bewegen, will Wirkung. Sie ist nicht immer diplomatisch, aber dafür ehrlich, schnell und entschlossen. Oft geht es nicht um das perfekte Argument, sondern um die klare Aussage: Was will ich, was brauche ich, wo geht’s lang? Das kann inspirieren – oder auch anecken. Wenn sie unbewusst oder impulsiv geschieht, kann sie verletzen. Wenn bewusst gelebt: mutig, deutlich, kraftvoll.
Psychologisch:
Wenn diese Kraft nicht bewusst integriert ist, zeigt sie sich als impulsives Handeln, Reizbarkeit, Wutanfälle oder Rücksichtslosigkeit – ein ständiges Reagieren statt bewusstes Agieren. Die Energie will raus, egal wohin. Es fehlt an Selbststeuerung, oft auch an Reflexion. Man fühlt sich schnell angegriffen oder muss ständig kämpfen, selbst wenn kein Gegner da ist. Entscheidungen werden vorschnell getroffen, Konflikte eskalieren unnötig – und am Ende bleibt oft Reue.
Wird sie jedoch bewusst gelebt, zeigt sich eine immense innere Stärke: Entschlossenheit, Initiative, Mut. Die Fähigkeit, Dinge anzustoßen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Menschen bringen Bewegung – dort, wo andere noch zögern.
Wenn das Prinzip bewusst gelebt wird: Dann entsteht ein gesunder Wille: klar, entschieden, fokussiert. Du weißt, was du willst – und hast keine Angst, dafür loszugehen. Du bist mutig, tatkräftig, durchsetzungsstark – aber ohne andere zu überrollen. Du kannst klar sagen, was du brauchst – und auch Nein sagen, ohne Schuldgefühle. In dir lebt ein inneres Feuer, das nicht zerstört, sondern antreibt. Du wirst zum Motor – für dich und für andere.
Kindheit & Prägung: Kinder mit dieser Energie wollen erleben, ausprobieren, sich behaupten. Sie brauchen Raum für Bewegung – und klare Grenzen, die sie austesten dürfen. Sie lernen am besten durch Erfahrung, nicht durch Regeln. Wichtig ist: Sie dürfen wild sein, laut sein, stürmisch sein – ohne als „zu viel“ empfunden zu werden. Wenn sie ihre Kraft nicht ausdrücken dürfen, reagieren sie mit Trotz, Wut oder Rückzug. Eltern dürfen liebevoll, aber konsequent spiegeln: Dein Wille ist kraftvoll – und darf geführt werden. Gruppensport, mutige Abenteuer, Herausforderungen und verantwortungsvolle Aufgaben helfen diesen Kindern, ihren Impuls zu kanalisieren – ohne ihn zu verlieren.
Wenn du möchtest, ergänze ich daraus gerne noch konkrete Impulse für Beruf, Körper oder Gesundheit in einem nächsten Schritt.
Partnerschaft: Menschen mit dieser Grundqualität brauchen Spannung – nicht Drama, sondern Reibung, Lebendigkeit, echtes Gegenüber. Sie lieben Intensität, wollen sich reiben, sich spüren. Kompromisse um des Friedens willen? Nur, wenn sie echt sind. Nähe entsteht hier nicht durch Verschmelzung, sondern durch gegenseitigen Respekt. Die Beziehung muss lebendig bleiben – sonst wird sie langweilig oder frustrierend. Wichtig ist: klare Grenzen, klare Ansagen, Raum für Eigenständigkeit – dann entsteht Verbindung auf Augenhöhe.
Aussehen & Konstitution: Mittelgroßer, athletischer Körperbau mit markanter Muskulatur und innerer Hitze; kantige Züge, spitze Gesichtspartien, auffälliger Knochenbau, oft markantes Kinn. Angespannte oder straffe Körperhaltung, senkrechte Stirnfalten, herausfordernder, durchdringender Blick, rötliche Gesichtsfarbe.
Körperliche Ebene: Dieses Prinzip zeigt sich vor allem in Körperregionen, die mit Durchsetzung, Willenskraft und Energie zu tun haben: Kopf, Stirn, Gesicht, Zähne, Kiefer, Blut, Nägel, Galle und Sexualorgane. Es steht für unmittelbare körperliche Reaktionen – Hitze, Spannung, Druck.
Symptome: Typisch sind akute Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne, Entzündungen, plötzliche Infektionen, Nasenbluten, Gallenprobleme oder erhöhter Blutdruck. Auch Verletzungen durch Unachtsamkeit – Schnittwunden, Prellungen, Stürze – können Ausdruck unterdrückter Durchsetzungskraft sein. Wenn die Energie sich nicht äußern darf, wird sie körperlich: als Zorn im Nacken, Spannung im Kiefer oder impulsives Verhalten, das zu Unfällen führt.
Arbeitswelt: In der Arbeitswelt braucht diese Kraft klare Ziele, Entscheidungsfreiheit und das Gefühl, etwas voranzubringen. Routine lähmt, Stillstand frustriert. Menschen mit dieser Ausprägung sind am stärksten, wenn sie etwas initiieren dürfen, Pionierarbeit leisten oder mit Mut neue Wege erschließen können. Sie sind keine geborenen Teamplayer – außer das Team hat eine Mission. Strenge Hierarchien oder langes Abwägen können lähmend wirken.
Berufe: Aufgaben und Bereiche mit Handlungsspielraum, Entscheidungskraft oder körperlicher Aktivität: Unternehmerin, Projektleiter, Pionierin, Notarzt, Chirurgin, Rettungskraft, Soldatin, Polizistin, Profisportlerin, Trainer, Schmiedin, Feuerwehrmann/-frau, Techniker, Rennfahrerin, Handwerkerin, Militär, Kampfsportlehrerin oder alle Berufe, in denen Mut, Direktheit und Initiative gefragt sind. Auch Führungspositionen mit klarem Zielbezug passen gut – vorausgesetzt, sie bieten Raum für spontanes Handeln.
Orte & Arbeitsplätze: Operationssaal, Schmiede, Kaserne, Sportplatz, Werkstätten, Schlachtfeld – Orte direkter, kraftvoller Handlung.
Wohnstil & Umgebung: Die Umgebung ist klar, funktional und eher minimalistisch – nicht aus Kälte, sondern aus Bedürfnis nach Effizienz und Freiheit. Oft dominieren Naturmaterialien wie Holz, Metall oder Stein. Der Stil kann etwas Rohes, Unverstelltes haben: Werkbank statt Deko, klare Linien statt Verspieltheit. Räume sind übersichtlich, zweckmäßig und so gestaltet, dass Bewegung, Aktivität oder produktives Tun möglich sind. Weniger ist mehr – nicht aus Stilwillen, sondern weil es schnell gehen und praktisch sein soll.
Kleidungsstil: Direkt, funktional, körpernah. Kleidung soll Bewegungsfreiheit bieten, eher sportlich oder schlicht. Materialien wie Baumwolle, Jeans, Leder oder technische Stoffe – Hauptsache robust und unkompliziert. Farben eher kräftig und klar: Rot, Schwarz, Grau, Weiß oder Erdtöne. Schmuck ist selten oder symbolisch – vielleicht ein Lederband, ein altes Erbstück oder ein auffälliges Statement-Accessoire, das für Mut oder Stärke steht. Nicht Trend, sondern Ausdruck von Haltung.
Körpersprache: Körperlich präsent, durchsetzungsstark, klar. Bewegungen sind direkt, zielgerichtet, manchmal impulsiv. Aufrechter Gang, kräftiger Händedruck, fester Blick. Der Körper kommuniziert: „Ich bin da. Ich meine es ernst.“ Körperspannung ist oft hoch – manchmal bis zur Verkrampfung. Hände werden genutzt, um zu zeigen oder zu betonen. Bei innerer Wut oder Ungeduld zeigt sich das schnell: zusammengepresste Lippen, gerunzelte Stirn, schnelles Atmen. Körpersprache wirkt selten weich – sondern wie ein Signal: „Ich gehe voran.“
Musik & Film: Kraftvoll, rhythmisch, ungefiltert – Musik, die in den Körper fährt und dich wachrüttelt. Beats, die antreiben, Stimmen, die brennen. Rock, Punk, Hip-Hop, energetischer Techno, aber auch treibende orchestrale Musik, die nicht verschönert, sondern durchdringt. In Filmen geht es um Mut, Durchsetzungskraft und den Weg durch Widerstände – Erin Brockovich, Kill Bill, The Hunger Games, Gladiator oder Everything Everywhere All at Once. Held:innen, die handeln, nicht lange zögern. Die nicht fragen, ob es erlaubt ist – sondern ob es wahr ist.
Kunststil: Expressiv, roh, impulsiv. Starke Kontraste, klare Linien, spontane Bewegung. Kunst, die aufwühlt statt beruhigt – Graffiti, Protestkunst, Street Art, Aktionskunst. Arbeiten, die nicht schön sein wollen, sondern spürbar. Bei Jean-Michel Basquiat, Banksy oder Käthe Kollwitz begegnet uns genau das: Wut mit Haltung. Schmerz mit Würde. Aussage mit Kante.
Bekannte Persönlichkeiten: Frida Kahlo (als unerschütterliche Überlebenskünstlerin), Patti Smith, Rosa Luxemburg, Serena Williams, Nina Simone, Malala Yousafzai, James Hetfield, Beyoncé, Tom Hardy, Jean-Michel Basquiat, Angela Merkel (für ihr Durchhaltevermögen), Simone de Beauvoir, Audre Lorde.
Gesellschaftsformen: Hier geht es um Tat statt Theorie. Um Bewegungen, die nicht fragen, sondern machen. Protestkultur, direkte Demokratie, zivilgesellschaftliches Engagement, Aktivismus. Auch Sport, Militär, Kampagnen, NGOs – alles, was mit Einsatz, Zielstrebigkeit und Klarheit verbunden ist. Freiheit ist hier nichts Abgehobenes – sie wird erkämpft. Und getragen von dem Mut, anzuecken.
Literatur: Direkt. Konfrontativ. Handlungsorientiert. Texte, die rütteln statt beruhigen – sei es durch klare Sprache, durch körpernahe Bilder oder durch eine unmissverständliche Haltung. Werke wie Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie, Der Report der Magd von Margaret Atwood, Die Wut, die bleibt von Mareike Fallwickl oder Fight Club von Chuck Palahniuk. Auch Sachbücher wie Mut zur Verletzlichkeit (Brené Brown) oder Feminism is for Everybody (Bell Hooks) bringen diese Qualität auf den Punkt: Es braucht keine Perfektion – sondern Präsenz. Kein Zaudern – sondern ein Ja zum eigenen Weg.
Wenn du magst, kann ich auch noch eine Version mit Bezug zu Körpersprache, Kleidung und Wohnstil im selben Stil ergänzen.
Farben: Kräftig, klar, impulsiv. Rot in allen Nuancen – von Ziegelrot bis Signalrot – steht im Zentrum. Auch Schwarz, Rost, intensives Orange oder leuchtendes Karmin spiegeln diese Energie. Keine gedeckten Töne, keine Zwischennuancen – sondern Farben, die Präsenz zeigen.
Materialien & Werkzeuge: Hart, direkt, funktional. Hier geht es nicht um Zartheit, sondern um Effektivität. Materialien wie Leder, Metall, Stahl, Eisen – alles, was robust ist und standhält. Werkzeuge sind Symbolträger: Messer, Skalpell, Meißel, Hammer, Hobel, Bohrer, Nadel – sie schneiden, spalten, setzen Impulse. Auch Sportgeräte, Rüstungen oder Werkzeuge des Handwerks passen hier – Ausdruck von Zielgerichtetheit und Schaffenskraft.
Mineralien: Roter Jaspis, Hämatit, Granat, Pyrit – Steine. Scharfkantig, glühend oder fest – sie erinnern an Blut, Feuer, Eisen.
Natur- und Jahreszeitenzyklus: Zeitraum: ca. 21.3. – 20.4. Diese Phase markiert den kraftvollen Aufbruch des Frühlings. Die Tag-und-Nacht-Gleiche bringt Gleichgewicht, doch die Natur zögert nicht – sie explodiert. Knospen sprengen sich auf, die Säfte steigen rasant, überall ist Bewegung, Pioniergeist und Drängen nach Wachstum spürbar. Keime brechen durch die harte Erde, der Wind ist frisch, die Sonne gewinnt an Kraft – es ist die Zeit des ersten Impulses.
Auch im Menschen regt sich neues Leben: Tatkraft, Mut und Entschlossenheit. Jetzt geht es ums Beginnen, ums Tun, ums Sich-behaupten. Die Energie dieser Zeit drängt nach vorne – manchmal ungestüm, aber immer ehrlich. Wie ein Feuer, das entfacht wird, um Altes zu verbrennen und Raum für Neues zu schaffen.
Landschaften: Trockene, heiße, ursprüngliche Landschaften – wie Steppen, Savannen, Geröllwüsten, Vulkangebiete oder sonnendurchflutete Hochebenen. Orte, in denen man bestehen muss, nicht träumen. Sie spiegeln Widerstandskraft, Überlebenswille und Klarheit.
Pflanzen: Brennnessel, Chili, Meerrettich, Zwiebel, Pfefferminze, Rosmarin, Thymian oder Basilikum und Pfeffer. Sie wirken aktivierend, durchblutungsfördernd, antibakteriell – oft auch als Heilpflanzen mit klarer Wirkung. Robuste, durchsetzungsstarke oder stachelige Arten: Kakteen, Disteln, Eisenhut, Wermut, Stachelbeere, Zypresse.
Tiere: Tiere mit starkem Jagd-, Kampf- oder Verteidigungsinstinkt: Raubvögel (Bussard, Habicht), Hunde, Wölfe, Wildkatzen, Tiger, Widder, Füchse, Nagetiere, Hirsche. Raubfische z. B. Hecht, Schwertfisch, Blauhai. Auch aggressive oder stechende Insekten wie Wespen, Hornissen gehören dazu – ebenso wie Tiere, die schnell reagieren, rennen oder zubeißen. Sie alle verkörpern Wachsamkeit, Instinkt, Reaktion, Angriff – oder klare Flucht.
Geruch: Scharf, intensiv, durchdringend – wie ein Reiz, der sofort Aufmerksamkeit fordert. Es kann stechend in die Nase steigen, erinnert an schweißtreibende Gewürze, Feuer, Metall oder heiße Luft auf Asphalt. Auch beißende Noten wie Senföl, Knoblauch oder Rauch gehören dazu. Kein Duft zum Träumen – sondern einer, der weckt, klärt und in Bewegung bringt.
Geschmack: Kräftig, direkt, manchmal brennend. Scharf, pikant, energiegeladen – nicht subtil, sondern eindeutig. Chili, Pfeffer, Ingwer, Zwiebel, Knoblauch oder scharfer Senf bringen das Feuer dieser Qualität auf die Zunge. Geschmack wird hier nicht gestreichelt, sondern konfrontiert – aktivierend, hitzig, mit Biss.
Ernährung: Nahrungsmittel, die Kraft spenden und den Kreislauf anregen – z. B. würzige Eintöpfe, gebratenes Fleisch, eiweißreiche Speisen oder herzhafte Gerichte mit klarer Würze. Gekocht wird mit Fokus auf Energie, nicht auf Raffinesse. Getränke dürfen kräftig sein – etwa schwarzer Kaffee, scharfer Schnaps oder Ingwertee. Auch Bitterstoffe und eisenreiche Zutaten gehören dazu. Es geht um Aktivierung – nicht um Sanftheit.
Freizeit, Hobbys, Rituale: Alles, was Energie entlädt und Richtung braucht. Kampfsportarten, Boxen, Fechten, Klettern, Motorradfahren, Sprinten – oder jede körperliche Aktivität, bei der man sich auspowern kann. Auch laute, rhythmische Musik, Trommeln oder Feuerrituale passen zu dieser Qualität. In Ritualen geht es nicht um Rückzug, sondern um klare Intentionen, Initiation, Mutproben, vielleicht sogar symbolisches „Feuertauchen“. Abenteuer, Zielorientierung und Körperpräsenz stehen im Mittelpunkt.
Planet Mars
Mars ist der erdnächste äußere Planet und wurde bereits in der Antike beobachtet. Doch seine intensivere wissenschaftliche Erforschung begann im 17. Jahrhundert, als er mit Teleskopen genauer sichtbar wurde. In dieser Zeit rückten Fragen nach Bewegung, Expansion und dem Verständnis physischer Kräfte stärker in den Fokus der Menschheit – passend zum Prinzip, das Mars heute sinnbildlich verkörpert: Initiative, Kampfgeist, Willenskraft.
Mars ist ein Gesteinsplanet – trocken, staubig, voller Spuren von Vulkanausbrüchen, Einschlägen und tektonischer Bewegung. Seine Oberfläche ist rötlich – verursacht durch Eisenoxid, also Rost. Diese „blutrote“ Farbe verlieh ihm schon früh seinen kämpferischen Ruf. Sie wirkt wie ein natürlicher Ausdruck von Energie, Wut, Leidenschaft und Drang – sichtbar gewordene innere Hitze.
Auf Mars toben Sandstürme, die zu den größten im gesamten Sonnensystem gehören. Alles an ihm wirkt rau, aktiv, aufgewühlt – als würde der ganze Planet bereitstehen, um durchzubrechen, zu verändern, etwas in Gang zu setzen.
Die Gottheit Ares/ Mars
Ares (griechisch) bzw. Mars (römisch) verkörpert rohe Kraft, Instinkt und den archaischen Willen zur Konfrontation. Er agiert nicht kalkuliert wie Athene, sondern impulsiv. Seine Energie passt zur Thematik des Aufbruchs, der Grenzüberschreitung und der Initiativkraft – sowohl destruktiv als auch schöpferisch. In uns lebt dieser Archetyp als Antrieb, der „den ersten Schritt“ geht – mit Mut, aber auch mit Risiko.
Das ungelebte Prinzip von Handlung und Aggression
Wird das Wirkprinzip unterdrückt oder nicht ausgedrückt, zeigt es sich oft indirekt – durch Gereiztheit, inneren Druck, Rückzug oder destruktive Muster:
Passiv-aggressives Verhalten: Gefühle von Ärger oder Frustration werden nicht offen kommuniziert, sondern über Umwege ausgedrückt – etwa durch Sarkasmus, Widerstand oder „vergessen“ von Absprachen.
Verlust an Lebendigkeit: Unterdrückte Durchsetzungskraft kann zu innerer Lähmung, Energiemangel oder Antriebslosigkeit führen. Das Leben fühlt sich mühsam oder sinnlos an.
Somatisierung: Nicht gelebter Ärger äußert sich häufig im Körper – z. B. durch Spannungskopfschmerzen, Bluthochdruck oder chronische Verspannung.
Selbstverurteilung statt Selbstbehauptung: Wut wird gegen sich selbst gerichtet, statt für die eigenen Grenzen oder Bedürfnisse einzustehen.
Das ungelebte Wirkprinzip „versteckt“ sich häufig aus Angst, abzulehnen, zu laut, zu viel oder zu fordernd zu sein. Dahinter steht oft ein frühes Beziehungserlebnis, in dem Impulsivität oder klare Grenzen nicht willkommen waren.
Heilende Impulse können sein:
Sich erlauben, Bedürfnisse klar zu äußern.
Grenzen setzen – auch wenn es unangenehm wird.
Impulse in gesunde Bahnen lenken (z. B. über Bewegung, klare Worte, kreative Wutkanäle).
Eigene Aggression als Lebensenergie wahrnehmen, nicht als Bedrohung.
Gelebt zeigt sich nicht in blinder Konfrontation – sondern im Mut, für das eigene Leben einzustehen.
Wenn das Wirkprinzip blockiert ist: Frust, Migräne & Schnittwunden inklusive
Das Wirkprinzip ist Bewegung, also geht’s nicht gut aus, wenn du ihn unterdrückst. Dann äußert sich die aufgestaute Energie in Revierkämpfen am Arbeitsplatz, Wutausbrüchen in der Beziehung oder – weil du den Konflikt ja „eigentlich vermeiden wolltest“ – als Dauermigräne oder plötzliche Schnittverletzungen. Dein Körper schreit dann förmlich nach Ventil – entweder du steuerst es oder dein Nervensystem übernimmt die Regie. Spoiler: Das fühlt sich selten gut an.
Beruf: Vom unsichtbaren Mitläufer zur durchsetzungsstarken Kraft
Kennst du diese Kolleg:innen, die in jedem Meeting reden, als wären sie zur Weltrettung angetreten? Und dann gibt es dich – innerlich kochend, äußerlich nickend, weil „es bringt ja eh nichts, sich durchzusetzen“? Falsch gedacht! Das Wirkprinzip will, dass du deine Stimme erhebst. Beim nächsten Mal: Sag, was du denkst – direkt und ohne fünf Entschuldigungen vorweg. Dein Nervensystem wird es dir danken, dein Selbstwert auch. Leichter gesagt als getan? Übe und mach immer mehr Erfahrungen, es wird mit der Zeit leichter.
Beziehung: Von unausgesprochener Wut zu ehrlicher Klarheit
Du wolltest eigentlich einen schönen Abend mit deinem Partner haben, aber dann geht ihr ins Restaurant – und er wählt den furchtbarsten Tisch im ganzen Laden. Innen: Der Vulkan brodelt. Außen: „Ach, ist doch egal.“ Denkste! Spätestens beim Hauptgang landet die Suppe auf deiner Hose, weil dein Körper dir zeigt: Sag verdammt nochmal, was du willst! Wahre Intimität entsteht durch ehrliche Ansagen – nicht durch unausgesprochene Erwartungen.
Gesundheit: Wenn dein Körper laut „JETZT REICHT'S“ ruft
Migräne? Zahnfleischentzündung? Ständige Verspannungen? Das sind oft "feurige" Symptome. Sie entstehen, wenn du dich selbst klein hältst, deine Impulse ständig unterdrückst oder lieber „funktionierst“, statt dich wirklich auszudrücken. Deine Energie will sich bewegen – also fang an! Boxsack? Wildes Tanzen? Lautes Singen? Egal, Hauptsache, du bringst dein Wirkprinzip in Bewegung.
Takeaways
Sag JA zu deiner Power! Hör auf, dich für deine Kraft zu entschuldigen. Sie ist nicht zu viel – sie ist das, was dich lebendig macht.
Lerne ehrliche Kommunikation statt passiver Aggression. Keine subtilen Spitzen oder beleidigtes Schweigen – sag, was Sache ist: Klar, direkt und respektvoll.
Körper in Bewegung bringen. Sport, Tanzen, Spazierengehen – Hauptsache, du bleibst nicht in deiner Stagnation stecken.
Erkenne deine Muster. Bist du eher der explosive Typ oder der stille Wutstauer? Beides braucht einen bewussten Umgang.
Konflikte sind nicht dein Feind. Sie sind ein natürlicher Teil des Lebens. Nutze sie, um Klarheit zu schaffen, statt sie zu vermeiden.
Zum Schluss – eine Einladung an dich
Nimm dir einen Moment Zeit. Atme. Spür hinein.
Wo in deinem Leben wirkt dieses Wirkprinzip schon – ganz gleich, ob du es bewusst lebst oder es dich unbewusst antreibt? Vielleicht zeigt es sich in deiner Ungeduld. In deiner Lust, loszugehen. Oder in der Angst, anzuecken. Vielleicht auch im stillen Wunsch, endlich „dein Ding“ zu machen, statt dich ständig anzupassen.
Manchmal wirkt diese Kraft laut und ungebremst – manchmal still, im Rückzug oder Widerstand. Je mehr du ein Gefühl dafür entwickelst, desto klarer wird dein innerer Kompass. Nicht, um dich zu bewerten. Sondern um dich zu verstehen. Denn was du erkennst, verliert seine Fremdheit – und wird zu deiner Ressource.
Bist du bereit, dieses Wirkprinzip von Aufbruch und Klarheit bewusst in dein Leben zu lassen?
Jeder Mensch geht anders mit seiner Energie um. Vielleicht unterdrückst du deinen Impuls zur Selbstbehauptung, ohne es zu merken. Vielleicht brennst du aus, weil du dauernd gegen etwas kämpfst, das du nie hinterfragt hast. Vielleicht ist deine Kraft noch da – aber du nutzt sie gegen dich, statt für dich.




